Eigentlich wollte ich Schlagzeuger werden. Ich wurde in dem Jahr geboren, als die Beatles in München gastierten, im Oktober 1966.

Also war mir der Beat in die Wiege gelegt worden und Ringo Starr mein Idol. Da mein Vater starb als ich 13 war änderte sich das Leben für meine Mutter, meine beiden Geschwister und mich dramatisch.

Ich fing mit 14 Jahren an vor der Schule in einer Bäckerei zu arbeiten. So konnte ich mir mein erstes Schlagzeug leisten – aber leider war da bald kein Platz mehr für die Schule.So war es nicht schwer für meine Mutter mich mit 18 für eine Friseurausbildung zu begeistern, was mich mit genug Geld versorgte und die Zeit liess Schlagzeug zu spielen. Zu dieser Zeit gründete ich mit 2 Freunden unsere erste Band – Die legendären Black Pumuckels.

Nach der Friseurausbildung und meinem Zivildienst schlug ich mich als Bauarbeiter, Tellerwäscher und Fabrikarbeiter durch und begann Geld mit Musik zu verdienen. So war es auch ein Musikerfreund der mich auf den Schauspiel Workshop mit John Costopolous vom Actor Studio New York aufmerksam machte. Ich lieh meinem Freund das Geld für den Kurs und kam so zu meinem ersten Kontakt mit der Schauspielerei, und mein Interesse war geweckt. Als ich im Sommer 89 in New York war bewarb ich mich beim Lee Strassberg Institute und da die Aufnahmeprüfung ein Gespräch über Sauerkraut war, bestand ich mit Bravour. Leider konnte ich die Ausbildung wegen Geldmangels nicht beginnen.Also bewarb ich mich Ende 90 bei der Ruth von Zerboni Schauspielschule in Gauting bei München.

Es sollte die härteste Zeit in meinem Leben werden !Um die Schule bezahlen zu können musste ich mein Schlagzeug und mein Motorrad (eine wunderschöne BSA Scrambler) verkaufen und arbeitete für 3 Jahre 7 Tage die Woche in drei verschiedenen Jobs – Pizzaservice, Puppenspieler, Markisenbauer, T-shirt Drucker, Statist und als Testperson für Medikamentnforschung u.v.m.Aber meine Liebe zur Musik wich der Liebe zum Drama. Und ich sammelte Erfahrungen in Shakespeares `Sommernachtstraum ́ als Demetrius, in dem Einakter ` Engel auf dem Schiff  ́und mit Sartres ` Geschlossene Gesellschaft ́. Und ich sammelte meine erste TV Erfahrung, bei `Marienhof ́- als Pizzaservice ! Des weiteren mit Nebenrollen bei `SOKO 5113 ́und `Theresa auf den Stufen ́, `Wildbach ́, `

Unsere Schule ist die Beste ́Die 3 jährige Ausbildung bei Zerboni endete 1994 mit einer dreimonatigen Theatertournee. Das Stück: `Unser kleines Teehaus ́Zu dieser Zeit fing ich auch eine 3 Jahre dauernde Gesangsausbildung bei Elaine Baker an.Da das Leben in München schon immer teuer war, arbeitete ich auch weiterhin als Puppenspieler ( Vampy) für Sigfried Böhmke. Ich half meinem Bruder beim Markisenbauen und wechselte vom Tellerwaschen hinter die BarNachdem ich mit meiner damaligen Band ( denn das Schlagzeugspielen hatte ich nicht aufgegeben) in einem Werbespot auftreten durfte, wurde ich zu meinem ersten Casting eingeladen: Die Wagenfelds.Mit dieser Daily Soap lernte ich die Serienarbeit von der Pike auf . Obwohl dieses Format oft verpönt wird lernte ich viel und war nach 1,5 Jahren in der Lage aus meinem Bauwagen auszuziehen, in dem ich 2 Jahre gelebt hatte und nach Berlin zu gehen.Nach den `Wagenfelds ́ kamen weitere Rollen in `SOS Barracuda ́, `Kommissar Rex ́, `Für alle Fälle Stefanie ́, `Helicops ́ und ` SOKO Kitzbühel ́.Ab 1997 spielte ich die Rolle des Rettungssanitäters Ralf Staller in der Serie `Medicopter 117  ́ für 3 Jahre. Hubschrauberfliegen in Österreich ist schön, aber private Gründe ließen mich nach Berlin zurückgehen.

Und das Glück war auf meiner Seite, als ich dort sofort das Angebot erhielt den Kommissar Bonhoff in der Serie `Im Namen des Gesetzes ́ zu spielen. So konnte ich privates Glück mit beruflichem Glück verbinden. Es war mir bewusst, dass ich damit Gefahr lief als Seriendarsteller in die Geschichte einzugehen – Berufsrisiko !Als im Jahr 2007 die Serie eingestellt wurde merkte ich wie anstrengend jahrelange Serienarbeit ist, und nahm meine Auszeit. Ich verbrachte 6 Monate bei Freunden in den USA und lernte dort die Filmemacherin Faith Granger kennen, die mich für ihren Low Budget Film `Deuces of Spades ́ in der Rolle eines deutschen Fliegers besetzte.

Im April 2008 besuchte ich einen portugiesisch Sprachkurs in Rio de Janeiro, wo ich mich außerdem beim landesweiten TV Sender REDE GLOBO bewarb.Zurück in Deutschland warteten dann schon die Cops aus Rosenheim auf mich…….

OK. Sie haben mich gekriegt. Aber ich habe meine Zeit abgesessen. Und so wurde das Jahr 2009 für mich sehr ereignisreich.

Ich beschloss mich im Frühjahr von meiner Agentin zu trennen, was mir nach 14 Jahren guter Zusammenarbeit sehr schwer fiel. Aber ich versprach mir mit der `Neuen ´einen Neuanfang und stürzte mich gleich in die Arbeit um Bewerbungen zu verschicken und mich auf all die Castings vorzubereiten.

Es gab auch einige sehr interessante und reizvolle Anfragen – die sich leider dann doch in Luft auflösten. Aber die schönste Anfrage kam von einem sehr alten Bekannten Frank Glencairn, der mich für seinen etwas surealen Film als Hauptrolle haben will.
Nebenbei hatte ich noch genug Zeit mich um mein Autoprojekt in den USA zu kümmern. Dort kaufte ich mir einen Cadillac La Salle von 1937 und wenn immer es ging flog ich rüber um damit Autoshows zu besuchen. Jetzt ist er auf dem Weg nach Berlin. Und ich werde 2011 damit die Strassen Brandenburgs unsicher machen. Leider ist der La Salle kein Rennwagen mehr – wie mein alter Chevy – aber da ich ja auch keine 20 mehr bin kann ich es auch mal ruhiger angehen lassen.

Nachdem das, beruflich dürftige, Jahr 2009 zu Ende ging, schien 2010 mehr zu versprechen. Aber ich musste erfahren, dass meine neue Agentin sich aus gesundheitlichen Gründen aus dem Geschäft zurückziehen wird, und ich damit wieder von vorne anfangen konnte. Doch all meine Lebenslauf und DVD verschicken zeigte im Sommer dann doch einen gewissen Erfolg und ich durfte bei `SOKO Wien ´mal wieder einen richtig bösen Buben spielen.

Und in `Unsere wunderbare Familie´konnte ich, als Steuerberater, den Hauptdarsteller überreden seinen Job aufzugeben.

Auf diesem steinigen Weg zu Ruhm & Erfolg liess ich auch eine alte Leidenschaft von mir wieder aufleben: Das Puppenspiel.
Als das Puppentheater `Hans Wurst Nachfahren ´ den Ausfall eines ihrer Puppenspieler zu beklagen hatte, war es eine Freude für mich einzuspringen und lang vergessene Erfahrungen wieder zu aktivieren.

Da Anfang Oktober mein Sohn geboren wurde, ich seit Ende Oktober bei Pat Fitzgerald
( agency F ) untergekommen bin und es schon Angebote für Januar & Februar 2011 gibt – kann ich mich entspannt dem Schneechaos und der Weihnachtszeit hingeben und sehen was 2011 mit mir vor hat.